04. November 2014 | 10:33 Uhr

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Warum es so warm ist

So funktioniert der Jetstream


Warme Luft aus dem Mittelmeer strömt an die Südalpen, kalte Luft aus Norwegen erreicht Nordafrika.

Über Westeuropa wirkt an diesen Tagen ein außergewöhnlicher Jetstream. Dieser wirkt von Norden nach Süden und transportiert kalte Polarluft bis nach Nordafrika. Als Resultat spürt Spanien derzeit die Kälte: 10 Grad in Madrid, 17 Grad in Malaga.

Warme Mittelmeerluft wird angesaugt:
Im Süden angekommen zapft der Jetstream warme Mittelmeerluft auf und lenkt sie in umgekehrter Richtung nach Norden. Am Südrand der Alpen - vor allem in Frankreich, speziell in Norditalien rund um Mailand, Verona und Venedig, aber auch im Süden Österreichs - bleibt diese feucht-warme Luft hängen und kommt in Form von Starkregen wieder zu Boden. Bis zu 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter werden erwartet. Überflutungen sind so gut wie vorprogrammiert.

So funktioniert der Jetstream:

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Am Nordrand der Alpen hingegen ergibt sich dadurch eine Föhnwetterlage. Temperaturen bis zu 23 Grad werden etwa in Nordtirol oder im Salzkammergut erwartet.

Das besondere an diesem Jetstream:
Seine Nord-Süd-Ausrichtung, denn normalerweise wirken die Jetstream in Ost-West-Richtung. In 5 bis 12 Kilometern Höhe wehen diese Westwinde. Je stärker die horizontalen Temperaturgegensätze ausgeprägt sind, desto heftiger jagt auch der Jetstream durch die Atmosphäre. Dabei wurden schon Windgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern (im Kern des Jets bis zu 500 km/h beobachtet. Werden kleine Tiefs mitgerissen, können diese unter Entwicklung zum Orkantief binnen 24 Stunden quer über den Atlantik rasen.

Flugzeuge nutzen Jetstreams:
Es gibt zwei Jetstreams pro Erdhalbkugel: Polarfrontjet und Subtropenjet. Sie verlaufen wellenförmig rund um die Erde. In der Fliegerei werden die Jetstreams ausgenützt, um Treibstoff zu sparen und die Flugdauer zu verkürzen. Dies ist jedoch bloss bei Flügen von West nach Ost möglich. Bei entgegengesetzter Flugrichtung werden die Jets gemieden, da bloss Nachteile resultieren würden.

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Letzte Schneeschauer, eisiger Wind. -2/+3°

Nach Störungsabzug gelangt der Ostalpenraum heute Sonntag vorübergehend unter Zwischenhocheinfluss. Auch alpennordseitig lösen sich am Nachmittag die meisten Wolkenfelder im Osten und Norden auf, letzte Schneeschauer klingen in den Nordstaulagen ab. Den Westen erreichen am Abend dichte Wolken der nächsten Störungszone. Vor allem im Burgenland und der Oststeiermark sowie im Bergland bläst um die Mittagszeit noch stürmischer, eisiger Nordwind, der ebenfalls bald abflaut. Nachmittagstemperaturen minus 3 bis plus 7 Grad. Heute Nacht: In der Nacht auf Montag zieht aus dem Westen eine Störungszone mit dichten Wolken und Schneeregen oder Schneefall auf. Die Schneefallgrenze liegt zwischen Vorarlberg und Niederösterreich zwischen 1100m und den Niederungen. Dabei besteht auf gefrorenen Böden vorübergehend Glatteisgefahr. Weiter nach Osten zu schneit es in geringerer Intensität, im äußersten Osten und Südosten bleibt es niederschlagsfrei. Der Wind weht schwach bis mäßig aus unterschiedlichen Richtungen. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 12 im Waldviertel und plus 2 Grad in Vorarlberg.
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