02. Juli 2020 | 10:27 Uhr

Sturzflut Kufstein Ellmau © Facebook/Sturm und Gewitterjagd Tirol & International

Gewitter-Wahnsinn

Unwetter-Chaos: Video zeigt Sturzflut in Tirol

Aus kleinen Bächen wurden blitzschnell reißende Fluten. Dies zeigt nun auch ein Clip aus dem Tiroler Unterland.

Heftiger Wind und Starkregen haben in fast allen Bezirken der Steiermark in der Nacht auf Donnerstag zu Unwetterschäden geführt. Rund 350 Wehren mit rund 1.300 Feuerwehrleuten im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen. In Graz allein waren von den Nachtstunden bis 5.00 Uhr rund 80 Berufsfeuerwehrleute bei etwa 80 Schadensfällen im Einsatz. Keller mussten ausgepumpt, Straßen geräumt werden.

Auch im Tiroler Unterland gingen schwere Gewitter nieder. In Kirchdorf wurde beispielsweise eine kleine Fußgängerbrücke mitgerissen. Auch zu Sturzfluten kam es. Ein Video von "Sturm & Gewitterjagd Tirol & International" zeigt wie ein kleiner Bach plötzlich zu reißenden Fluten wird und von Ellmau aus Richtung Kufstein in den Inn fließt.

 

Sturzflut Weissache von Ellmau Richtung Kufstein aktueller Stand Kufstein Teil 2

Gepostet von Sturm und Gewitterjagd  Tirol & International am Mittwoch, 1. Juli 2020



Österreichweit war aber vor allem der Großraum Graz schwer getroffen. Branddirektor-Stellvertreter Heimo Krajnz von der Berufsfeuerwehr zufolge waren 80 Männer der Berufsfeuerwehr mit der Bergung von Menschen aus Aufzügen und dem Auspumpen von Kellern beschäftigt. Weiters musste ein Pkw gesichert werden, der in den Thalbach zu stürzen drohte. Durch das rasche Absenken des Mühlganges - die Wassermassen des Thalbaches wurden in den Mühlgang umgeleitet - wurde eine Eskalation der Lage verhindert, sagte Krajnz. Auch die Freiwillige Feuerwehr Graz war eingesetzt. Schäden waren außerhalb der Landeshauptstadt vor allem im Bereich Thal, Hitzendorf, Steinberg-Rohrbach bzw. Berndorf zu verzeichnen.

In der Oststeiermark verhinderte das Unwetter die Austragung die Austragung des Bundesliga-Spiels von Hartberg gegen den WAC. In Riegersburg im Bezirk Südoststeiermark schlug ein Blitz gegen 20.30 Uhr in die Dachgaube eines Zweifamilienhauses ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Der Besitzer des Hauses (48)nahm unmittelbar nach dem Blitzschlag Brandgeruch wahr. Er unternahm sofort mit Hilfe von zwei Feuerlöschern erste Löschversuche. Dabei erlitt er eine leichte Rauchgasvergiftung und wurde vom Rettungsdienst in das LKH Feldbach eingeliefert. Die von Nachbarn verständigte Freiwillige Feuerwehr Riegersburg (elf Fahrzeuge und 69 Einsatzkräfte) konnte den Brand in der Folge rasch löschen.