29. Oktober 2018 | 21:41 Uhr

Hochwasser Osttirol Kärnten © APA/EXPA/JOHANN GRODER

Pegel steigen

Möllbrücke zittert vor Jahrhundert-Hochwasser

Soldaten halfen beim Aufbau eines Walles.

In der Oberkärntner Gemeinde Möllbrücke (Bezirk Spittal/Drau) rechnen die Einsatzkräfte in der Nacht auf Dienstag mit einem hundertjährlichen Hochwasser. Es wurde ein Schutzwall errichtet, ob dieser halten wird, ist aber zweifelhaft.

75 Soldaten halfen den Feuerwehrleuten in Möllbrücke beim Verstärken des Schutzwalls durch Sandsäcke, allerdings rauschten gegen 19.30 Uhr bereits fast 270 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Ortschaft. Bezirkshauptmann Klaus Brandner meinte am Abend gegenüber dem ORF Kärnten, er rechne nicht damit, dass der Wall tatsächlich halten würde. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Keller und Erdgeschoße soweit möglich zu meiden.



Auch die Gail führt Hochwasser, dazu gab es im Lesachtal bereits mehrere Murenabgänge, die Zufahrt von Kärntner Seite war schon am späten Nachmittag blockiert. Am frühen Abend gingen auch auf Osttiroler Seite Muren ab, die Zufahrt nach Maria Luggau über Obertilliach war dadurch ebenfalls blockiert, das Lesachtal damit vorerst abgeschnitten. Und in Rosegg im Bezirk Villach-Land ist am Abend die Drau über die Ufer getreten. Dort wurde ein Durchfluss von 1.000 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. In Lavamünd, wo die stärkste Belastung in der Nacht erwartet wurde, lag der Durchfluss am Abend bei knapp 1.050 Kubikmeter. Bei einer Besprechung des Krisenstabes wurde beschlossen, dass der Verbund den am Wochenende abgelassenen Völkermarkter Stausee in der zweiten Nachthälfte als Puffer nutzen wird, um die Abflussmenge nach Lavamünd zu begrenzen.

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