03. September 2024 | 12:57 Uhr

Hitze-Schäden © APA/LK OÖ/BWSB/WALLNER

Anhaltende Dürre

Hitze-Schäden in Landwirtschaft steigen auf 150 Mio. Euro

Die Hagelversicherung schätzt die Dürreschäden für die Landwirtschaft heuer nun auf 150 Mio. Euro. Mitte August hatte der Versicherer 100 Mio. Euro prognostiziert.

Gemüsebauern in Österreich haben auch heuer mit extremen Wetterbedingungen zu kämpfen, die von Hagel über Überschwemmung bis zu Dürre reichten. Nach einem regenreichen Frühjahr herrsche nun "gravierende Trockenheit, die hohe Bewässerungskosten verursacht", so Landwirtschaftskammer-Chef Josef Moosbrugger zur APA.

"Aktuell beträgt der Gesamtschaden in der Landwirtschaft in Österreich (insgesamt, Anm.) 250 Mio. Euro, 150 Mio. Euro aufgrund der Dürre, 100 Mio. durch Frost, Hagel, Sturm und Überschwemmung", erklärte Hagelversicherung-Chef Kurt Weinberger am Dienstag in einer Aussendung. Die Landwirtschaft fast überall außer im Westen stehe "durch die historische Anzahl an Hitzetagen vielfach vor vertrockneten Feldern". Dürreschäden gibt es laut Hagelversicherung vor allem bei Mais, Sonnenblumen, Soja, Zuckerrüben und Grünland.

Gemüsebau erheblich beeinträchtigt

Die anhaltende Hitze und Niederschlagsdefizite beeinträchtigten den Gemüsebau im laufenden Jahr erheblich. Trotz Bewässerung leiden hitzeempfindliche Kulturen wie etwa Kohlgemüse stark unter Hitzestress, was laut Landwirtschaftskammer zu Ertragseinbußen von bis zu 80 Prozent führt. Bei Karotten, Zwiebeln und Zuckermais gibt es Mindererträge. Laut Landwirtschaftskämmerer Moosbrugger nehmen Schädlingsprobleme in der Hitze zu. Kritik an Pflanzenschutzmitteln in dieser Situation hält er für "unverständlich und populistisch".

Hitze-Schäden © APA/LK OÖ/BWSB/WALLNER

In der Obstbausaison 2024 gab es Frostereignisse im April, die zu Ernteverlusten führten. Einige Betriebe hätten durch Frostschutzmaßnahmen Schäden begrenzen können, doch für viele seien die Investitionskosten zu hoch, hieß es von der Landwirtschaftskammer. Beim Apfel, der wichtigsten Kultur im österreichischen Obstbau, wird nur ein Drittel der normalen Ernte erwartet. In den letzten zehn Jahren gab es nur zwei normale Erntejahre.

Eine trockene Hitzeperiode ab Juli begünstigte die Getreideernte, schadete aber Herbstkulturen wie Mais, Zuckerrüben, Sojabohnen und Sonnenblumen, die teils schon jetzt mit schlechten Erträgen geerntet werden. Das volle Ausmaß der Schäden werde erst nach der Ernte sichtbar, sagte der Landwirtschaftskammer-Chef.

Zuckerrüben wegen Wassermangels nicht gewachsen

In ganz Österreich beklagen Bauern "schlafende" Zuckerrüben, die wegen Wassermangels nicht gewachsen sind. Die Trockenheit beeinträchtigt auch die Ernte 2025, da der bereits gesäte Raps Wasser zur Keimung benötigt. Ausbleibende Regenfälle verschärfen dies nun weiter.

Der trockene Hitzesommer 2024 bringt auch eine für Österreich verhältnismäßig geringe Weinerntemenge. Erwartet werden von der Landwirtschaftskammer rund 2 Mio. Hektoliter. Dauert die extreme Hitze und Trockenheit an, könnte es auch etwas weniger werden. Dafür werde aber eine sehr gute Qualität erwartet, sagte Weinbauverbandschef Johannes Schmuckenschlager am Dienstag. Die Durchschnittsernte der fünf Jahre davor betrug 2,41 Mio. Hektoliter.

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Sonne im W und S, sonst Schauer, 8/19°

Der heutige Montagnachmittag bringt nach Abklingen letzter Regenschauer in den Nordstaulagen verbreitet sonniges und wiederum niederschlagsfreies Wetter. Auf den Berggipfeln und am Ostalpenrand frischt West- bis Nordwestwind teils kräftig auf. Nachmittagstemperaturen 16 bis 24 Grad. Heute Nacht: Am Abend nimmt der Störungseinfluss im Nordosten Österreichs vorübergehend zu. Zwischen dem Mühlviertel und dem Südburgenland sowie im Nordstau östlich der Tauern kommt es zu dichter Bewölkung mit leichtem Regen vor allem in der ersten Nachthälfte. Zumindest die Niederschläge nördlich des Alpenhauptkammes dauern bis zum Morgen an. Der Wind weht im Norden und Osten lebhaft, teils kräftig, aus West bis Nordwest. Entlang des Alpenhauptkammes bläst der Wind teils stürmisch. Tiefsttemperaturen zwischen 3 und 12 Grad.
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