08. August 2018 | 11:36 Uhr

Obdachloser

Wegen Hitze

Caritas warnt vor Lebensgefahr

Caritas warnt davor, dass Obdachlose unter Hitzewelle besonders leiden.

Die ungebrochene Hitzewelle stellt für eine Bevölkerungsgruppe eine besondere Herausforderung dar: Wiens Obdachlose müssen derzeit durch die hohen Temperaturen mit zusätzlichen Strapazen kämpfen. Sie tragen oft zu warme Kleidung, haben schwer Zugang zu gekühlten Räumen und unterschätzen mitunter die Gefahr langer Aufenthalte in der prallen Sonne. Sozialarbeiter helfen mit speziellen Maßnahmen.
 
"Obdachlosigkeit bedeutet generell Stress an 365 Tagen im Jahr", betont Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner im APA-Gespräch. Wetterextreme würden die Situation aber noch zusätzlich verschärfen. Sozialarbeiter der Caritas-Einrichtung "Gruft" seien derzeit drei Mal pro Woche an Abenden und nachts und zwei Mal in der Woche untertags unterwegs. "Wir weisen die Betroffenen darauf hin, genug Wasser zu trinken und Schattenplätze aufzusuchen", so Schwertner.
 
Das klingt nach No-na-Ratschlag, ist aber vor allem dann notwendig, wenn Personen auf der Straße eine psychische Erkrankung haben: "Diese Menschen können die Gefahr durch die Hitze oft nicht entsprechend einschätzen." Streetworker verteilen auf ihren Routen Wasserflaschen und Sonnencreme. Auch Kapperl werden vergeben - ebenso wie leichte Sommerschlafsäcke und T-Shirts, erklärte der Generalsekretär.
 

Kleidung ein Problem

 
Das Thema Kleidung kennt auch Kibar Dogan, Leiterin des Tageszentrums Ester, das speziell für obdachlose Frauen Platz bietet. Menschen ohne Dach über dem Kopf hätten normalerweise ihr ganzes Hab und Gut stets bei sich und schleppten alles zu Fuß, da sie oft keinen Öffi-Fahrschein hätten. "Was man nicht in der Hand tragen kann, das zieht man an", weiß Dogan. Das hat viel zu warme Kleidung angesichts der brütenden Hitze zur Folge.
 
Obdachlose hätten zudem kaum Zugang zu klimatisierten Räumen. Das seien nämlich häufig Orte mit Konsumzwang wie Restaurants oder Cafes: "Da muss man erfinderisch werden und in Büchereien oder Shoppingcenter ausweichen." Das Tageszentrum Ester im Bezirk Mariahilf hat selbst keine Klimaanlage. Die Betreuer versuchen aber mit Einfallsreichtum ihren Klientinnen etwas Abkühlung zu schaffen, haben Ventilatoren aufgestellt und bieten sogar kühlende Fußbäder mit Mentholzusätzen an. "Die Frauen haben vom vielen Zufußgehen in der Hitze oft geschwollene Beine", erklärt Dogan. Auch hier in der Einrichtung im 6. Bezirk verteilt man Sonnencreme, darüber hinaus luftige Kleidung und auf Wunsch Badegewand bzw. -tücher.
 
Laut Ester-Leiterin wird es für Obdachlose im Sommer noch schwerer, Rückzugsorte bzw. Privatsphäre zu finden - denn: "Wenn es warm ist, wird der öffentliche Raum stärker frequentiert und bespielt." Das sieht auch Schwertner so: "Es wird enger."
 
Eine Zunahme an nötiger medizinischer Betreuung durch Dehydrierung oder Kreislaufprobleme sei aber trotz der anhaltenden Hitze bisher nicht bemerkbar, heißt es von beiden Seiten. Auch in Sachen Alkoholkonsum gebe es keine Auffälligkeiten.

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Vermehrt Regenschauer im W und N, sonst meist sonnig. 1/16°

Vor allem im Osten und Südosten scheint bis in den Nachmittag hinein häufig die Sonne, meist ziehen nur ein paar harmlose, lockere Wolkenfelder durch. Ausgehend vom Berg- und Hügelland bilden sich allerdings vorübergehend auch Quellwolken und mit diesen vereinzelt ein paar Regenschauer. Im übrigen Österreich ist es wechselnd bewölkt, die Sonne zeigt sich seltener und am Abend nimmt die Regenneigung mit Annäherung der nächsten Störungszone in Vorarlberg und im Tiroler Oberland wieder zu. Der Wind kommt am ehesten aus Südost bis West, er frischt nur örtlich in freien Lagen mäßig auf. Tageshöchsttemperaturen 10 bis 18 Grad. Heute Nacht: In der Osthälfte zeigt sich der Himmel in der Nacht zunächst meist gering oder zumindest aufgelockert bewölkt, ehe ab den frühen Morgenstunden umfangreiche Wolken einer weiteren Störungszone eintreffen. Vielerorts bleibt es trocken. Von Westen her ziehen deutlich mehr und zunehmend auch kompakte Wolken auf, schließlich breiten sich vom Bodensee bis zum oberösterreichischen Innviertel Regen- und eingelagerte Schauerwolken aus. Die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 1500 bis 1200m Seehöhe. Der Wind dreht im Bereich der Störungszone mehrheitlich auf West, bleibt aber schwach bis mäßig. Tiefsttemperaturen minus 2 bis plus 7 Grad.
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