12. Oktober 2017 10:32
23 Tote bei Feuer-Inferno in Kalifornien
© APA/AFP/ROBYN BECK

Lage bleibt gefährlich

23 Tote bei Feuer-Inferno in Kalifornien

Nach Schätzungen sind mehr als 3.500 Häuser zerstört.

Trotz des unermüdlichen Einsatzes Tausender Feuerwehrleute breiten sich die Brände in Nordkalifornien immer stärker aus. Am Mittwoch (Ortszeit) ordnete die Polizei weitere Evakuierungen an. So mussten die Einwohner der Ortschaft Calistoga rasch ihre Häuser verlassen.

Die Zahl der Toten bei den verheerenden Bränden stieg unterdessen auf mindestens 23. Nach Schätzungen sind mehr als 3.500 Häuser zerstört. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown sprach von einem der größten und gefährlichsten Feuer. Es werde den US-Staat viele Milliarden Dollar kosten.

Mehr als 22 Großfeuer

Mehr als 8.000 Feuerwehrleute kämpften in der Region nördlich der Metropole San Francisco gegen zahlreiche große Buschbrände. Betroffen war eine Fläche von rund 680 Quadratkilometern, also fast so groß wie Hamburg. In ganz Kalifornien gibt es derzeit mehr als 22 Großfeuer.

San Francisco Gulf Feuer

Die Sicherheitskräfte fürchteten weitere Todesopfer, denn mehrere hundert Menschen sind als vermisst gemeldet. Viele Gebiete sind ohne Strom und Telefonnetz, was das Auffinden von Angehörigen schwierig macht.

Allein 13 Menschen sind in dem sogenannten Tubbs-Feuer im Bezirk Sonoma County ums Leben gekommen. Unter den Opfern ist auch eine 27-jährige Frau, die im Rollstuhl saß, wie der "San Francisco Chronicle" berichtete. Ihr Haus in Santa Rosa war in dem Inferno in der Nacht auf Montag abgebrannt.

Sonoma County Straßenschild Feuer

Dürre erschwert Situation

Die Brände hatten sich bei starken Winden rasch ausgebreitet. Kalifornien leide immer noch an den Folgen einer fünfjährigen Dürre, sagte Feuerwehrchef Ken Pimlott am Mittwoch. Die Flammen würden sich schnell durch die trockene Vegetation fressen.

Pimlott rief die Anrainer auf, den Evakuierungsbefehlen Folge zu leisten. Die Lage sei weiterhin extrem gefährlich, weitere Gebiete müssten geräumt werden.

Ursache ungeklärt

Der Rauch aus den Feuergebieten hat sich in weiten Teilen Kaliforniens ausgebreitet. Im knapp 90 Kilometer entfernten San Francisco wurden am Mittwoch wegen schlechter Sicht Dutzende Flüge gestrichen. In vielen Regionen warnten die Behörden vor einer gesundheitsschädlichen Luftbelastung für anfällige Menschen.

Die genaue Ursache der zahlreichen Feuer ist weiter ungeklärt. Möglicherweise seien einige Brände in dem Windsturm am Wochenende durch umgestürzte Stromleitungen ausgelöst worden, hieß es.




 

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Der vertikaler Temperaturgradient gibt die Temperaturänderung pro 100m Höhenunterschied an. Von Art und Größe des vertikalen Temperaturgradienten, der Temperaturschichtung, hängt der Gleichgewichtszustand der Atmosphäre ab. Der Temperaturgradient ist somit das Kriterium für ''Stabilität'' oder ''Labilität''. Ein mit Wasserdampf ungesättigtes Luftpaket kühlt sich beim Aufsteigen um 1°C/100m ab == trockenadiabatischer Temperaturgradient. Beträgt die vertikale Temperaturabnahme in der Atmosphäre ebenfalls 1°C/100m, so herrscht eine ''indifferente'' Schichtung, d.h. das Luftpaket besitzt stets die Temperatur seiner Umgebung. Ist der vertikale Temperaturgradient der Luftmasse kleiner als 1°C/100m, besteht eine ''trockenstabile'' Schichtung: das vertikal bewegte Luftteilchen ist in höheren Luftschichten kälter (==schwerer), in tieferen Schichten wärmer (==leichter) als seine Umgebung und strebt daher zu seinem Ausgangspunkt zurück. Ein vertikaler Temperaturgradient der Atmosphäre von mehr als 1°C/100m wird als ''trockenlabile'' Schichtung bezeichnet: das gedachte Luftpaket ist beim Aufsteigen immer wärmer (==leichter), beim Absinken immer kälter (==schwerer) als seine Umgebung und entfernt sich zusehends von seiner Ausgangslage. Ein ''überadiabatischer'' Temperaturgradient, also von mehr als 1°C/100m, kommt in der Regel nur in Bodennähe an heißen Sommertagen vor und ist die Voraussetzung für die Ablösung einer ''Thermikblase''. Erreicht ein beim Aufsteigen sich abkühlendes, wasserdampfhältiges Luftpaket den Taupunkt, beginnt die Kondensation des Wasserdampfes einzusetzen. Die dabei freiwerdende Wärme, die Kondensationswärme, war latent im Wasserdampf von der Verdunstung her (für die Wärmeenergie benötigt wird) ''versteckt'' und wird daher als ''latente'' Wärme bezeichnet. Sie vermindert daher oberhalb des Kondensationsniveaus bei fortgesetzter Aufwärtsbewegung die weitere Abkühlung. Der ''feuchtadiabatische'' Temperaturgradient beträgt also im Mittel nur etwa 0,6°C/100m. Analog spricht man von einer feuchtindifferenten Schichtung einer Luftmasse, wenn deren Temperaturgradient den Feuchtadiabaten entspricht; von einer feuchtlabilen Schichtung bei einem größeren, von einer feuchtstabilen Schichtung bei einem kleineren Temperaturgradienten als es den Feuchtadiabaten entspricht. Feuchtlabilität tritt in der Atmosphäre häufiger auf als Trockenlabilität.
 

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