14. Februar 2022 | 14:13 Uhr

Schneewandern der Sonne entgegen © Adobe Stock / volff - 228501292

Winter in Österreich

Winterwandern in Österreich – das gehört ins Gepäck

Österreichs Berglandschaft macht das Wandern das ganze Jahr über zu einem allseits beliebten Sport.  

Daher ist auch der Winter, der sich in den Bergen von seiner besten Seite zeigt, für Wanderfreunde sehr reizvoll. Fast noch wichtiger als bei Touren im Sommer ist allerdings die richtige Ausrüstung, denn die kalte Jahreszeit ist noch anspruchsvoller, was Kleidung und Zubehör angeht.

Winterfeste Kleidung

Frau beim schneeschuhwandern © Adobe Stock / Maridav - 239804090
Das raue Bergwetter kann schon im Sommer für so manche Überraschung sorgen wie unerwartete Temperaturschwankungen oder plötzliche Unwetter. Es ist daher zu jeder Jahreszeit wichtig, beim Wandern für alle Eventualtäten gerüstet zu sein. Im Winter gilt das umso mehr, denn die Kälte kann ansonsten dazu führen, dass die Wanderer übermäßig auskühlen. Vor allem in den Pausen passiert das schnell, wenn der Körper müde und verschwitzt ist. Wer jedoch einmal ins Frieren kommt, hat in den Bergen kaum noch eine Chance, sich wieder vollständig aufzuwärmen – insbesondere ohne die passende Ausrüstung. Winterfeste Kleidung ist deshalb das A und O beim Winterwandern, ebenso wie eine ausgiebige Recherche vorab.

Wetterbedingungen analysieren

Wer sich fragt, welche Kleidung ins Gepäck gehört, sollte also erst einmal einen Blick in verschiedene sowie zuverlässige Wettervorhersagen werfen. Wichtig sind dabei nicht nur die absoluten Temperaturen, sondern auch weitere Einflussfaktoren wie die Windgeschwindigkeit oder die Luftfeuchtigkeit, die das Temperaturempfinden beeinflussen. Bei zu hohen Windgeschwindigkeiten von 40 bis 50 km/h oder mehr ist ohnehin fraglich, ob ein Ausflug in die Berge noch sinnvoll ist und die Strecke für das Winterwandern muss sorgfältig ausgewählt werden. Bei Sturm im Wald zu sein, ist schließlich ein hohes Sicherheitsrisiko und Gegenwind kann das Wandern deutlich erschweren, sodass die Wanderer unter diesen Bedingungen eine bessere Kondition brauchen – und sich schnell überschätzen.

Zuletzt muss bei der Temperatur natürlich noch die Höhe berücksichtigt werden. Wer sich für das Winterwandern entscheidet, sollte also zu allererst eine Strecke festlegen und anschließend prüfen, auf welcher Höhe sich diese erstreckt. Denn pro 1.000 Meter Höhenunterschied nimmt die Temperatur um etwa 6,5° C ab. Auch das muss berücksichtigt werden. Herrscht sogar ein Hochdruckgebiet mit besonders trockener Luft, kann der Temperaturunterschied bei knapp 10° C liegen. Wichtig ist also, dass bei der Tourenvorbereitung eine realistische Erwartungshaltung entsteht, wenn es um das Wetter geht – um sich beim Packen bestmöglich dafür zu rüsten.

Nach dem Zwiebelprinzip kleiden

Blaue Jacke © Adobe Stock / NseolenayaAleksandra - 227432927
Die wechselnden Wetterbedingungen, die im Winter (vor allem) in den Bergen herrschen können, machen bereits deutlich, weshalb das sogenannte Zwiebelprinzip bei der Kleidung so wichtig ist. Anstatt also eine dicke Lage anzuziehen, wird die Kleidung in mehreren Lagen geschichtet, sodass sie an den jeweiligen Bedarf angepasst werden kann. Das bedeutet zum Beispiel, sich beim Aufstieg leichter zu kleiden als in der Pause oder beim Abstieg. Unverzichtbar ist zudem Wechselkleidung, um die unteren Schichten nach dem Aufstieg wechseln zu können, wenn sie verschwitzt sind. Ansonsten kühlt der Körper durch die Nässe übermäßig aus. Auch bei Wanderungen in der Ebene ist solche Wechselkleidung wichtig für den Fall, dass die Klamotten feucht werden. Denn nasse Klamotten am Körper führen im Winter schnell zu einer Unterkühlung und diese kann verheerende Folgen für die Gesundheit sowie die körperliche Leistungsfähigkeit haben, was in den Bergen schnell gefährlich wird.

Was also gehört gemäß Zwiebelprinzip an den Körper und ins Gepäck? Prinzipiell werden dafür drei Schichten empfohlen:

1. Die unterste Schicht ist die sogenannte „Baselayer“ und besteht aus Funktionskleidung, die den Schweiß vom Körper absorbiert und nach außen leitet. Sie wird direkt am Körper getragen und besteht im Winter bestenfalls aus langer Unterwäsche sowie ausreichend dicken Socken. Merinowolle ist dafür ein beliebtes Material, denn sie hält den Körper im Winter zuverlässig warm und trocken. Wichtig ist jedoch, auf die Herkunft der Merinowolle zu achten. Alternativ eignen sich feuchtigkeitsregulierende Funktionsmaterialien gut. Sollte die „Baselayer“ dennoch feucht werden, muss sie – wie bereits erwähnt – spätestens in der Pause oder vor dem Abstieg gewechselt werden. Eine „Ersatz-Baselayer“ darf daher nicht im Gepäck fehlen.

2. Die zweite Lage wird auch als „Midlayer“ bezeichnet und dient vor allem dem Zweck, die Körperwärme zu erhalten. Sie ist sozusagen die Isolationsschicht und wird daher während einer Wanderung meist mehrfach verändert – je nachdem, wie angestrengt die Wanderer gerade sind. Sinnvoll sind daher auch hier mehrere Schichten aus Funktionskleidung, Fleece oder dünnen Isolationsjacken, die bestenfalls per Reißverschluss schnell an- sowie ausgezogen werden. Hier muss jeder selbst herausfinden, mit welcher Kombination er am besten zurechtkommt. Als Anfänger, der diesbezüglich noch zu wenig Erfahrung hat, lautet das Motto: Lieber zu viele Schichten anziehen beziehungsweise mitnehmen als zu wenige, um ein Auskühlen während der Wanderung zu verhindern.

3. Die „Outer Shell“ ist die dritte und äußerste Lage. Sie hat die Aufgabe, die betreffende Person vor äußeren Einflüssen zu schützen, in erster Linie vor Feuchtigkeit sowie Wind. Sie wird daher gerne auch als Wetterschutz bezeichnet. Bei Wind oder Nässe wie Regen und Schneefall sind Hardshell-Materialien dafür besser geeignet als Softshell-Materialien. Bei trockenen Wetterbedingungen bevorzugen hingegen viele Menschen atmungsaktive Softshell-Materialien. Dann muss jedoch darauf geachtet werden, dass es sich dennoch um eine winddichte Jacke sowie Hose handelt. Bei beiden Materialien ist es zudem sinnvoll, dass diese über Lüftungsschlitze verfügen, sodass auch hier der Wärmebedarf reguliert werden kann – je nach Phase der Wanderung. Eine Fütterung ist hingegen nicht unbedingt notwendig, denn bei anstrengenden Wanderungen kann die „Outer Shell“ dann schnell zu warm werden. Reine Shell-Jacken und -Hosen bieten also mehr Flexibilität, um die unteren Schichten optimal an den eigenen Bedarf anzupassen. Auch hier muss aber jeder selbst herausfinden, welche die eigenen Vorlieben sind.

Es ist also vollkommen normal, im Winter einen größeren Wanderrucksack mitzunehmen als in den wärmeren Jahreszeiten. Hierbei darf nicht aus Platz- oder Gewichtsgründen gespart werden.

Bestehende Wanderkleidung nachrüsten

Das kann bedeuten, dass die Wanderer sich für ihre Wintertouren einen größeren Wanderrucksack zulegen müssen. Diese ist meist nicht die einzige Nachrüstung, wenn versierte Wanderer fortan auch im Winter ihrem Hobby nachgehen wollen. Ebenso kann bei der Wanderkleidung eine zusätzliche Investition notwendig sein, falls die genannten Lagen nach dem Zwiebelprinzip noch im eigenen Kleiderschrank fehlen. Die gute Nachricht lautet jedoch, dass meist ein bis zwei Ausführungen der einzelnen Lagen ausreichen. Sie können schließlich bei Bedarf nach jeder Wanderung gewaschen werden – was bei „Baselayer“ sowie „Midlayer“ häufiger notwendig ist als bei der „Outer Shell“, die in der Regel ohnehin nicht mit Schweiß in Berührung kommt. Es lohnt sich also, vor dem Winter eine Packliste für die kommenden Touren zu erstellen und Fehlendes zu kaufen, damit alles griffbereit ist, sobald der erste Schnee fällt.

Tipps: Wanderbekleidung richtig pflegen

Wolle, Shell-Materialien & Co bringen einige Besonderheiten mit sich, wenn es um die richtige Pflege geht. Ziel sollte schließlich sein, dass diese viele Jahre genutzt werden können, immerhin sind sie in der Anschaffung alles andere als günstig. Hier daher einige Tipps, wie Wanderbekleidung richtig gepflegt wird für eine maximale Lebensdauer:

• Fleece kann ganz normal in der Waschmaschine gewaschen werden, bestenfalls mit einem milden oder einem speziellen Funktionswaschmittel. Das Etikett verrät die maximale Temperatur, jedoch sind 30 Grad im Regelfall immer eine gute Wahl. Am besten wird dafür ein Programm mit geringer Schleuderzahl gewählt, um das Material zu schonen. Anschließend kann das Fleece auf einem Wäscheständer getrocknet werden.

• Funktionsmaterialien sind ebenfalls relativ pflegeleicht und auch hier lohnt sich ein Blick auf das Etikett. In der Regel können Softshell, Hardshell, Gore-Tex & Co aber problemlos in der Maschine gewaschen werden. Erneut sind 30 Grad eine gute Wahl und es empfiehlt sich ein spezielles Waschmittel für Funktionskleidung. Die Schleuderzahl sollte nicht mehr als 800 Umdrehungen betragen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt das Programm für Wolle. Weichspüler oder Bleichmittel dürfen hingegen nicht verwendet werden, denn sie können die Poren verstopfen oder die Materialien beschädigen.

• Wolle stellt die höchsten Anforderungen an die Pflege, doch moderne Waschmaschinen verfügen über ein entsprechendes Programm, sodass keine Handwäsche mehr notwendig ist. Auch Wolle darf also mittlerweile in der Maschine gewaschen werden, was zugleich für die bei der Wanderausrüstung so beliebte Merinowolle gilt. Manche Menschen verzichten dennoch darauf und lüften ihre „Baselayer“ aus Merinowolle lediglich bei hoher Luftfeuchtigkeit im Freien aus. Hier muss jeder selbst entscheiden, welche Variante er bevorzugt. Flecken müssen hingegen rasch behandelt werden. Beim Trocknen sollte Wolle zudem hingelegt werden, damit sich die Form der Kleidungstücke nicht verliert.

Wer also die Zeit investiert, um sich über die richtige Pflege seiner Winterwanderbekleidung zu informieren und diese vor oder nach jeder Tour durchzuführen, hat lange Freude an der Ausrüstung. Das gilt auch für Schuhe & Co…

Schneeschuhe – ja oder nein?

Schneeschuhe © Adobe Stock / Lilifox - 44866884
Bleibt noch die Frage nach dem richtigen Schuhwerk offen. Hierbei handelt es sich schließlich um einen wichtigen Sicherheitsaspekt, nicht nur im Winter. Wer über hochwertige Wanderschuhe verfügt, muss nicht in neue Schuhe speziell für den Winter investieren, da in der Regel alle qualitativen Wanderschuhe zuverlässig Feuchtigkeit vom Fuß fernhalten, auch im Schnee. Wichtig ist jedoch, diese regelmäßig zu imprägnieren und weitere Vorkehrungen zu treffen, um ein Ausrutschen auf dem winterlichen Untergrund zu verhindern. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, je nach Gelände: Grödel sind optimal geeignet, wenn die Wanderer in technisch einfachem Gelände und nicht allzu tiefem Schnee unterwegs sind. Wird das Gelände technisch schwieriger, vor allem bei sehr steilen Hängen mit Firn oder Eis, sind Steigeisen notwendig. Dann ist jedoch die richtige Technik entscheidend, sodass entsprechende Touren nicht anfängergeeignet sind.

Wer hingegen in technisch einfachem Gelände unterwegs ist, aber bei tiefem Schnee, kann über den Gebrauch von Schneeschuhen nachdenken. Tiefschneeerfahrene Skifahrer können alternativ auf Tourenski zurückgreifen. Schneeschuhe sind also kein Muss, können eine Winterwanderung bei gewissen Bedingungen aber durchaus erleichtern. Erneut ist deshalb eine Recherche vorab wichtig, wenn es beispielsweise um die Tiefe sowie Beschaffenheit der Schneedecke sowie – vor allem bei Skitouren – natürlich um die Lawinengefahr geht.

Wärmende und schützende Accessoires

Im Winter dürfen selbstverständlich auch Handschuhe, eine Mütze oder ein Stirnband sowie ein Kälteschutz am Hals nicht fehlen, beispielsweise durch einen Schal, ein Buff oder ein Halstuch. Und auch Socken zum Wechseln oder zum Überziehen, falls die Füße kalt werden, gehören in den Rucksack. Die Accessoires spielen somit eine wichtige Rolle, wenn es um den Kälteschutz geht. Aber auch für die Sicherheit in winterlicher Umgebung sind sie essentiell, wie am Beispiel der Trittsicherheit soeben gezeigt wurde. Es lohnt sich daher, eine Liste mit notwendigen Accessoires anzulegen und sie rechtzeitig zu kaufen, falls diese ebenfalls noch in der eigenen Ausrüstung fehlen:

• Mützen oder Stirnbänder sind bestenfalls aus Funktionsmaterialien gefertigt, damit sie sich nicht mit Feuchtigkeit vollsaugen, wenn die Wanderer ins Schwitzen kommen. Auch kann es sinnvoll sein, jeweils ein Exemplar als Ersatz im Gepäck zu haben, schließlich schwitzen viele Menschen an der Stirn mitunter an meisten. Klassische Mützen & Co aus Wolle sind dementsprechend weniger gut geeignet.

• Die Handschuhe sollten zwar ausreichend Bewegungsfreiheit lassen, um noch die Stöcke angenehm greifen zu können – dennoch müssen sie warm und wasserdicht sein. Steife Ski- oder Snowboardhandschuhe sind demnach nicht optimal, ebenso wenig wie dünne Wollhandschuhe. Besser sind Wander- oder Fahrradhandschuhe speziell für den Winter.

• Beim Schal gehen die Vorlieben auseinander. Einigen Menschen reicht der Kinnschutz an der Jacke, andere wählen lieber einen dicken Wollschal. Dieser kann jedoch die Bewegungsfreiheit einschränken. Am besten sind daher Schlauchtücher geeignet, die vor Zugluft schützen, aber nicht zu warm sind. Sie nehmen zudem wenig Platz weg und lassen sich daher optimal unter einer Shell-Jacke tragen. Auch, wenn sie beim Aufstieg noch nicht benötigt werden, sollten sie daher unbedingt in den Rucksack eingepackt werden.

• Gamaschen verhindern, dass Schnee in den Zwischenraum zwischen Schuhen und Hose gelangt und somit für nasse sowie kalte Füße sorgt. Sie sind bei höherem Schnee unverzichtbar. Das gilt auch, wenn die Wanderhose über einen Schneefang verfügt, denn dieser ist bei winterlichen Verhältnissen oft nicht ausreichend. Sind aber einmal die Socken oder Schuhe nass, ist es für die Wanderer beinahe unmöglich, sich noch warm zu halten.

Neben diesen winterspezifischen Accessoires gehört die klassische Wanderausrüstung ins Gepäck, beispielsweise ein Stirnlampe, da es im Winter spät hell sowie früh dunkel wird, oder das Erste-Hilfe-Set, in dem unbedingt auch eine Rettungsdecke enthalten sein muss. Sie hilft dabei, sich in Notfällen im Winter warm zu halten. Vor allem, wenn es um Sicherheit geht, darf bei der Ausrüstung also nicht gespart werden, weder finanziell noch beim Platz im Rucksack.

Wichtiges Wanderzubehör für den Winter

Winter Kompass © Adobe Stock /M creativfamily - 135223776
Gamaschen, Grödel, Stirnlampe…viele Stichworte wurden an dieser Stelle bereits genannt. Neben der richtigen Kleidung gehört bei einer Winterwanderung in Österreich also auch das richtige Zubehör ins Gepäck. Hierfür empfiehlt sich eine erneut individuelle Checkliste, die an den eigenen Bedarf angepasst und vor jeder Winterwanderung abgehakt wird. So wird nichts Wichtiges vergessen und die Wanderer können die Winterlandschaft in vollen Zügen genießen. Was also gehört in den Wanderrucksack, um bei winterlichen Temperaturen sicher zwischen Schnee und Eis unterwegs zu sein?

• Erste-Hilfe-Set
• Grödel/Steigeisen/Schneeschuhe
• Karte und/oder GPS
• Kompass
• Sitzkissen
• Sonnen- oder Skibrille
• Sonnencreme
• Stirnlampe
• Thermoskanne(n)
• Wanderstöcke mit Schneetellern

Wer eine Skitour plant, benötigt neben den Skiern zudem passende Skischuhe, Felle sowie einen Helm. Dann stellt sich zudem die Frage, ob eine Lawinenausrüstung notwendig ist. In den allermeisten Fällen ist die Antwort ein deutliches „Ja“, denn Lawinen sind eine der größten Gefahren bei Winterwanderungen und werden häufig von Skifahrern ausgelöst. Anfänger sollten daher in tiefergelegenem Gelände ohne Lawinengefahr bleiben. Fortgeschrittene mit der richtigen Ausrüstung können sich höher hinaus wagen, sollten jedoch grundlegendes Know-how in der Lawinenkunde mitbringen und die Lawinenwarnstufe im Blick behalten. Ausflüge in lawinengefährdete Gebiete oder auf Gletscher sind daher nur in einer erfahrenen Gruppe sowie gegebenenfalls mit Bergführer zu empfehlen. Dafür wird eventuell weitere Ausrüstung wie Sicherungsseile notwendig. Jeder kann also eine Winterwanderung nach dem eigenen Geschmack machen – von gemütlich bis actiongeladen.

Verpflegung beim Winterwandern

Zuletzt darf natürlich die Verpflegung nicht im Gepäck fehlen. Zum Trinken bieten sich dabei warme Getränke in einer Thermoskanne an, beispielsweise Tee. Dieser wärmt von innen und zugleich die Hände, was in der Pause vor einem Auskühlen schützt. Aber auch normaltemperierte Getränke wie Wasser, Säfte & Co sollten in einer Thermoskanne transportiert werden, damit diese während der Wanderung nicht zu kalt werden, schlimmstenfalls sogar gefrieren. Egal, für welches Getränk sich der Wanderer schlussendlich entscheidet: Es muss in ausreichender Menge mitgeführt werden. Auch im Winter braucht der Körper beim Wandern nämlich viel Flüssigkeit, einerseits durch die Anstrengung und andererseits durch die trockene Luft. Rund ein halber Liter pro Stunde sollte daher zur Verfügung stehen – sozusagen als grobe Faustformel. Jedoch ist der Wasserbedarf individuell verschieden, weshalb sich eine Berechnung im Einzelfall lohnt und prinzipiell sollte lieber zu viel Flüssigkeit mitgenommen werden als zu wenig.

Achtung: Schnee ist keine Alternative zu Wasser. Nicht nur, dass es unangenehm ist, den kalten Schnee zu essen – er hat auch eine viel geringere Dichte als Wasser. Dementsprechend müsste jemand zehn Liter Schnee im Mund zergehen lassen, um einen Liter Wasser zu trinken. Auch bindet Schnee viele Schadstoffe und er kann krankmachende Keime enthalten, sodass er zuerst abgekocht werden müsste; und selbst dann noch mit schädlichen Substanzen belastet sein kann. Fließende Gewässer sind im Winter hingegen oft zugefroren und können daher nicht wie im Sommer genutzt werden, um die Flaschen wieder aufzufüllen. Es gibt also keine Alternative dazu, ausreichend Trinken auf eine Winterwanderung mitzunehmen!

Essen ist während einer Wanderung hingegen weniger wichtig. Zumindest ein kleiner Snack sollte im Rucksack trotzdem nicht fehlen. Am Morgen empfiehlt sich vor dem Aufbrechen ein ausgiebiges Frühstück mit Kohlenhydraten, die Energie spenden und lange sättigen, beispielsweise Haferflocken oder Vollkornbrot. Im Wanderrucksack empfehlen sich dann leichte Snacks wie Obst, Früchte, Nüsse oder Proteinriegel. Wer besonders lange unterwegs ist oder eine sehr anstrengende Tour macht, kann auch bei einer klassischen Brotzeit frische Energie tanken. Als besonders wohltuend wird im Winter zudem oft eine warme Suppe aus der Thermoskanne empfunden, beispielsweise eine Kartoffelsuppe mit etwas Vollkornbrot als Beilage. So wird die Pause bei atemberaubender Aussicht über die schneebedeckte Landschaft garantiert zum Highlight auf jeder Winterwanderung!