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02. November 2018 12:56
Hochwasser: Bürgermeister mit dramatischem Appell
© APA/BUNDESHEER/CHRISTIAN DEBELAK

"Lasst uns nicht alleine"

Hochwasser: Bürgermeister mit dramatischem Appell

Bürgermeister appelliert an die Politik auf Landes- und Bundesebene: "Lasst uns nicht alleine".

Die Lage in den Kärntner Katastrophengebieten hat sich in der Nacht auf Freitag nicht verschärft, bleibt aber angespannt. Befürchtete Murenabgänge sind ausgeblieben. Die Aufräumarbeiten sollen am Freitag fortgesetzt werden. Im am stärksten betroffenen Bezirk Hermagor werden entlang der Gail weiter Dämme repariert, die Straßen ins Lesachtal blieben weiterhin für den allgemeinen Verkehr gesperrt.

Mittlerweile konnte man für Einsatzkräfte einen Weg bis St. Lorenzen schaffen. Feuerwehren und auch das Bundesheer sind seit Tagen im Dauereinsatz. Und wenn es nicht gerade regnet, bereiten Muren und gefährliche Felsstürze den Helfern Schreckmomente. So geschehen auch am Freitagvormittag zwischen St. Lorenzen und Maria Luggau, wie der Lesachtaler Bürgermeister Johann Windbichler gegenüber oe24.at erzählt. Während Sondierungen begann plötzlich der Hang zu rutschen. "Das war ganz knapp. Riesige Felsbrocken brachen ab und stürzten auf die Straße. Die Soldaten konnten sich gerade noch in letzter Sekunde retten", erzählt Windbichler. "Ein Bundesheer-Auto ist aber völlig zerstört."

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Die neuerlichen Regenfälle erschweren die Arbeiten natürlich und machen sie auch gefährlicher. "Jetzt gibt es immer mehr Steinschläge. Der Boden säuft ab", erklärt der Bürgermeister. Zudem konnte die Stromversorgung immer noch nicht komplett hergestellt werden. Notstromaggregate sind im Einsatz. Der Ort Maria Luggau ist derzeit nur von Osttirol erreichbar.

Dramatischer Appell an Politik

Einen Überblick über das ganze Ausmaß der Katastrophe habe man im Lesachtal noch nicht. Wichtig ist, dass man keine Todesopfer oder Verletzten beklagen müsse, allerdings könne man noch keine Schadenssumme nennen. Der Lesachtaler Bürgermeister richtete im Namen seiner Gemeinde einen Appell an die Politik. "Ich appelliere an die Politik auf Landes- und Bundesebene, dass man uns mit den Schadensbegleichungen nicht allein lässt".

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"Das kannten wir noch nicht"

Im Tal selbst sei die Stimmung natürlich angespannt, allerdings ruhig. "Die Lesachtaler sind es gewohnt, von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Im Winter sind wir oft eingeschneit. Aber diese Art der Unwetter ... das kannten sie noch nicht", so Windbichler. Allerdings versuche man stets, schnell Hilfe zu organisieren. Die Einsatzkräfte arbeiten hartnäckig daran. Windbichler selbst ist auch seit Sonntag durchgehend im Einsatz. Den Stress sei er aber gewohnt. "Hier kommt mir meine 18-jährige Erfahrung als Feuerwehrkommandant zugute", betont er. Gleichzeitig hebt er auch hervor, dass die Zusammenarbeit mit dem Krisenstab und dem Bundesheer hervorragend funktioniert. 

Unwetter Hochwasser Kärnten Waidegg

Zittern vor neuem Regen

Auch am Freitag hat es wieder zu regnen begonnen. "Ich hoffe, dass der Regen nicht viel stärker wird", sagte der Bezirkshauptmann von Hermagor, Heinz Pansi, am Freitag in der Früh zur APA. "Wir versuchen, unser Programm weiter fortzusetzen." Entlang der Gail sollen die Sicherungsmaßnahmen intensiviert werden. Mit Blackhawk-Hubschraubern und der Unterstützung von Baufirmen werden Steine angeliefert, um die rund 200 Meter fehlenden Damms bei Waidegg oberhalb von Rattendorf provisorisch  wieder herzurichten und den Bereich zu stabilisieren. Pansi: "Niemand gewährleistet uns, dass es nicht wieder Regen in diesem Ausmaß gibt."

Laut Pansi soll am Freitag auch die gesperrte Straße über den Plöckenpass in Angriff genommen werden. Neue Dammbrüche oder Muren wurden zunächst keine gemeldet. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass es in abgelegeneren Gebieten zusätzliche Problemlagen gibt.

Im Bezirk Spittal wurde die Zivilschutzwarnung für die Mölltaler Gemeinde Mörtschach aufgehoben. "Es ist alles ruhig geblieben", sagte Bezirkshauptmann Klaus Brandner. Allerdings werde ab Mittag wieder Regen erwartet. Die Straße ins Mölltal, die am Donnerstag abschnittsweise gesperrt worden war, war am Freitag wieder befahrbar, teilweise allerdings nur einspurig. Die Aufräumarbeiten der Einsatzkräfte konzentrierten sich auf den Bezirk Hermagor, im Bezirk Spittal waren aber Aufklärungsflüge mit Forstleuten und Geologen geplant.

 




 

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