22. Oktober 2019 | 16:29 Uhr

Taifun FAXAI © pixabay.com/cegoh (CC0 1.0)

Das ist nur der Anfang

Millionenstädte in Gefahr: Taifun FAXAI verwüstet Tokio

Naturkatastrophen betreffen immer mehr Ballungsräume und Megacities.

Die Tendenz davon ist stark steigend. So bangten Anfang der Woche Millionen von Einwohner, als der Taifun Faxai mit über 200 km/h starken Böen in Richtung des Großraums Tokios auf der Insel Honschu zog. Hier liegt eines der Hauptsiedlungsgebiete der japanischen Bevölkerung. Bis dato war dieser geografische Bereich selten von den jährlichen Taifunstürmen, die meistens im September auftreten, betroffen. Diesmal kam es anders. U-Bahnen, Bahnstrecken und Flughäfen wurden gesperrt, fast eine Million Haushalte war ohne Strom, Behörden forderten 340.000 Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen und in ihren Häusern zu verbleiben. In den Bezirken Chiba und Kanagawa ordneten die Verantwortlichen eine Evakuierung von 5000 Menschen an. Dennoch kamen mehrere Menschen bei der Naturkatastrophe ums Leben. Due Aufzeichnung einer Überwachungskamera zeigte, wie eine 50-jährige Frau starb. Sie wurde von einer Windbö erfasst und gegen eine Mauer gedrückt. In der Präfektur Shizuoka wurde von durch die Luft geschleuderten Autos berichtet. Zehn Häuser wurden beschädigt.
 
Gravierende Auswirkungen
Überschwemmungen, Erdrutsche und entwurzelte Bäume säumten den Weg des Sturms. Große Unternehmen wie Nissan und Sony standen still. Japanische Nachrichtensender gaben an, dass Faxai einer der stärksten Stürme der letzten Jahre gewesen sei. Das Wetterunglück sei direkt auf das Auftreten eines Taifuns über der Koreanischen Halbinsel gefolgt. Dort wird seit Beginn dieses Jahres vor Versorgungsproblemen mit Nahrungsmitteln gewarnt. Eine Situation, die die Unwetter noch verstärken. Die UN gab schon Anfang des Jahres eine Warnmeldung heraus, dass bis zu 10 Millionen Nordkoreaner dringend Nahrungsmittellieferungen benötigen. 
 
Auf den abdrehenden Taifun folgten ungewöhnlich hohe Temperaturen von bis zu 36 Grad und schwere Regenfälle. Mit Erdrutschen und Sturmfluten sowie Überschwemmungen sei zu rechnen. 2011 war eine ähnliche Naturkatastrophe Auslöser für die Unfälle im Atomkraftwerk Fukoshima gewesen, wo nun auch diese Regenfälle niedergehen werden. 
 
Bedrohung von Lebensräumen
Die Häufigkeit, mit der große Stürme vermehrt den Lebensraum von Menschen in Gefahr bringen, ist Besorgnis erregend. Das Wetter und vor allem Extrembedingungen beeinflussen seit je her unsere Verhaltensweisen, Aktivität und Gesundheit. Wie groß der Einfluss ist zeigt, dass viele Veranstalter von Sportevents ihre Investitionen auf die Wetterprognosen abstimmen. Auch Sportwetten werden unter anderem schon immer unter Bezugnahme auf meteorologische Vorhersagen abgegeben. Die derzeitigen Entwicklungen betreffen jedoch mehr als Stimmungslage, Kopfweh und die Performance von Sportlern. Es geht dabei um die Möglichkeit, derzeitige Lebensräume von großen Teilen der globalen Bevölkerung abzusichern und weiterhin bewohnbar zu erhalten. 
 
Dämme als Maßnahmen
Die Konsequenz daraus ziehen derzeit Städteplaner mit auf Hochtouren gebrachtem Risiko-Management. Denn die Wetterprognosen für Großräume in Amerika, Asien und auch England in Bezug auf Unwetter sind horrend. Baumeister, Entscheider und Architekten arbeiten an wegweisenden Projekten wie Mega-Wällen und Dämmen. Sie wollen damit Städte vor den Folgen der Erderwärmung schützen. Von ihren Aktivitäten ist die Zukunft von Millionen von Menschen abhängig. In London soll zum Beispiel das Großprojekt „Thames Estuary“ für Sicherheit sorgen. Auch Tokio, Manhattan und Paris rüsten in diesem Sinne auf. Ob sich die Naturgewalten auf diese Weise zähmen lassen ist abzusehen. Es scheint, dass die Erderwärmung nun endgültig angekommen ist.