18. April 2017 11:44
Raumsonde "Cassini" taucht durch Saturn-Ringe
© AFP

Großes Finale

Raumsonde "Cassini" taucht durch Saturn-Ringe

Zum ersten Mal wird eine Raumsonde die Saturn-Ringe queren und dann auf den Planeten stürzen.

Es geht auf das Ende von "Cassini" zu, doch dieses soll spektakulär werden: Mit einem "großen Finale" soll die Raumsonde der US-Raumfahrtbehörde NASA ab dem 26. April 22 Mal zwischen dem Saturn und seinen Ringen durchfliegen. Mitte September soll "Cassini" dann kontrolliert in den Planeten stürzen und damit die 1997 gestartete und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommene Mission beenden.

"Noch nie ist ein Raumschiff durch diese einzigartige Region geflogen, die wir kühn gleich 22 Mal durchqueren wollen", sagt NASA-Manager Thomas Zurbuchen. "Was wir von "Cassinis" wagemutigen abschließenden Umkreisungen lernen werden, wird unser Verständnis davon verbessern, wie gigantische Planeten und Planetensysteme überall sich formieren und entstehen. Das ist wirklich Entdeckung in Aktion bis zum Schluss."

Rund 2.400 Kilometer liegen zwischen dem Gasplaneten Saturn und seinen Ringen. "Basierend auf unseren Modellen erwarten wir, dass diese Lücke frei von Partikeln ist, die groß genug wären, um die Sonde zu beschädigen", sagt NASA-Manager Earl Maize. "Aber wir sind vorsichtig und benutzen unsere große Antenne bei der ersten Durchquerung wie ein Schild, um zu sehen, ob es sicher ist, unsere wissenschaftlichen Instrumente bei weiteren Durchquerungen dieser Umgebung auszusetzen. Es gibt definitiv einiges Unbekanntes, aber das ist einer der Gründe, warum wir solche waghalsige Forschung am Ende der Mission machen."

Zunächst soll "Cassini" am 22. April noch einmal sehr nah am Saturn-Mond Titan vorbeifliegen. Durch dessen Anziehungskraft wird die Laufbahn von "Cassini" verändert und in die Lücke zwischen Saturn und Ringen hineingelenkt. Bei den Durchquerungen soll "Cassini" die Struktur des Saturns und der Ringe näher untersuchen, die ersten Proben der Atmosphäre des Saturns und von Ring-Partikeln entnehmen und Nahaufnahmen machen.

Nach 22 Durchquerungen ist es am 15. September dann Zeit zum Abschied nehmen: 20 Jahre nach dem Start soll sich die 12.600 Kilogramm schwere Sonde kontrolliert in den Saturn stürzen - und bis zum Schluss noch Daten zur Erde senden.

Die gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Italienischen Raumfahrtagentur Asi durchgeführte, mehr als 3,2 Milliarden Dollar (3,01 Mrd. Euro) teure Mission gilt aber bereits vor dem "großen Finale" als Erfolg. Unter anderem mit mehreren nahen Vorbeiflügen an den Monden des Saturn hat "Cassini" einiges gefunden, was Wissenschafter begeisterte - unter anderem einen Ozean auf dem Mond Enceladus, der dort möglicherweise Leben zulassen könnte, und flüssige Methan-Seen auf dem Mond Titan.

Aber das Beste könnte erst noch bevorstehen: "'Cassini' wird einige seiner herausragendsten Entdeckungen am Ende ihres langen Lebens machen", sagt NASA-Wissenschafterin Linda Spilker. "'Cassinis' großes Finale ist so viel mehr als ein finales Abtauchen. Es ist ein aufregendes letztes Kapitel unserer Sonde, und so reich an Wissenschaft, dass es die offensichtliche Wahl zum Abschluss der Mission war."

 




 

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Influenza (echte Grippe) Erreger: Influenzaviren A,B und C (letztere von geringer klinischer Bedeutung). Influenzaviren, vor allem der Typ A, sind ganz besonders listige Mikroorganismen: Sie sind in der Lage, von Zeit zu Zeit bestimmte Bestandteile der Virushülle, an denen sie normalerweise unser Immunsystem erkennt, zu verändern und damit eine für das Immunsystem neue und unbekannte Gestalt anzunehmen. Diese Hüllbestandteile nennt man Hämagglutinin und Neuraminidase. Es wird daher ein Influenzavirus nicht nur nach dem Serotyp (A,B oder C) beschrieben, sondern auch nach der Art der Hüllbestandteile, also z.B Influenza A (H3N2). Meistens bekommen die Viren dann auch noch klingende Beinamen wie ,,Hongkong'' oder ,,Beijing'' nach demOrt ihres Auftretens. Infektionsquelle: Erregerreservoir ist der Mensch. Übertragung: Tröpfcheninfektion. Ziemlich ansteckend (der sogenannte Kontagionsindex liegt zwischen 15 und 75%, je nach Virusstamm) Inkubationszeit: wenige Stunden bis 3 Tage Krankheitsbild: Häufig verläuft auch die echte Grippe ,,nur'' wie ein grippaler Infekt (diese werden üblicherweise von sogenannten RS-Viren ausgelöst). Jedoch 30-50% der Betroffenen merken bald, daß dieser grippale Infekt diesmal offensichtlich schwerer ist und die klassischen Verläufe sehen folgendermaßen aus: Rasch einsetzendes Fieber (teilweise bis über 39 Grad), allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen, Husten, Halsentzündung und allgemeine (Kreislauf-) Schwäche.
 

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