16. Februar 2017 12:47

Klimawandel

Die Weltmeere verlieren Sauerstoff

Die Weltmeere verlieren Sauerstoff
© NOAA

Wärmeres Oberflächenwasser nimmt weniger Sauerstoff auf als kälteres.

Um mehr als zwei Prozent hat der Sauerstoffgehalt in den Weltmeeren Kieler Forschern zufolge seit 1960 im Schnitt abgenommen. In der britischen Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten drei Ozeanographen des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung nun die nach ihren Angaben bisher umfassendste Analyse zum Sauerstoffverlust in den Weltmeeren.

Die Erderwärmung sei direkt oder mittelbar dafür als Ursache anzunehmen, dass in den Weltmeeren der Sauerstoffgehalt zurückgehe, sagte der Ozeanograph Sunke Schmidtko, der Erstautor der Studie. Bei weiter steigenden Temperaturen der Atmosphäre und damit auch des Wassers sei eine weitere Abnahme des Sauerstoffgehalts in den Ozeanen anzunehmen. Schmidtkos Ko-Autoren sind Lothar Stramma und Martin Visbeck.

Weitreichende Folgen

"Da insbesondere große Fische Gebiete mit geringem Sauerstoffgehalt meiden beziehungsweise dort nicht überleben, können diese Veränderungen weitreichende biologische Folgen haben", sagte Schmidtko. "Sämtliche subtropischen Meeresgebiete, der Golf von Mexiko, aber auch die Ostsee gehören zu den sauerstoffschwachen Regionen", erläuterte der Wissenschafter.

Dagegen seien kalte Meere insgesamt noch sauerstoffreich. Allerdings hat zum Beispiel laut Studie das Nordpolarmeer zu 7,6 Prozent des Sauerstoffverlustes beigetragen, obwohl dessen Wassermassen nur 1,2 Prozent der Weltmeere ausmachen. "Wenn die Polarkappen wärmer werden, gelangt weniger kaltes Wasser in die Tiefsee, so dass die Sauerstoffzufuhr in den Tiefen des Ozeans reduziert wird", sagte Schmidtko.

Der Anstieg der Wassertemperaturen sorge gleich in doppelter Weise für eine schlechtere Sauerstoffversorgung der Meere: Wärmeres Oberflächenwasser nehme weniger Sauerstoff auf als kälteres Wasser. Hinzu komme, dass es die Schichtung des Wassers stabilisiere. Das schwäche die Umwälzbewegungen, so dass weniger Sauerstoff in große Tiefen transportiert werde. Der Sauerstoffgehalt sei in den meisten Ozeanregionen gesunken, und zwar um bis zu sieben Prozent, schreiben die Forscher in der Studie. Nur in ganz wenigen sei er gestiegen.

Alarmglocken sollten lauter schrillen

In einem Kommentar in "Nature" verweist der Wissenschafter Denis Gilbert vom kanadischen Fischerei- und Meeresinstitut Maurice-Lamontagne in Mont-Joli (Quebec) auf die drohenden Risiken. Die meisten Meeresorganismen bräuchten Sauerstoff, um zu überleben. Eine Abnahme um zwei Prozent erscheine zwar zunächst nicht viel. Aber die Auswirkungen auf Meeres-Ökosysteme könnte schwerwiegend sein. Das gelte für Regionen, in denen der Sauerstoffgehalt ohnehin bereits niedrig sei oder für Zonen mit Minimalgehalt. Dort dürften die kritischen Schwellen fürs Überleben unterschritten werden.

Gilbert warnte auch davor, dass neben der globalen Erderwärmung negative Einflüsse wie steigende CO2-Emissionen und wärmeres Wasser verbunden mit einem geringerem Sauerstoffgehalt die negativen Auswirkungen auf das Leben im Meer noch verschlimmern könnten. "Die Forschungsergebnisse von Schmidtko und seinen Kollegen sollten bereits jetzt die Alarmglocken lauter schrillen lassen hinsichtlich der Konsequenzen der globalen Erwärmung."

Schmidtko resümierte: "Wir konnten jetzt zum ersten Mal die Sauerstoffverteilung und deren Änderung im gesamten Weltozean dokumentieren - das ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Prognosen für den Ozean der Zukunft zu verbessern."




 

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Yamase / Blizzards / Burane / Pamperos: bei allen vieren handelt es sich um Winde, die mit heftigen Kaltlufteinbrüchen einhergehen. Vom Blizzard ist Nordamerika betroffen. Blizzardwarnung wird ausgegeben, wenn zu erwarten ist, dass Winde mit mehr als 15.5 m/s und heftiger Schneefall die Sichtweite unter 140 m herabsetzen. In Ostrussland und Sibirien heissen derartige Ereignisse Burane, die Südamerikaner nennen sie Pamperos und in Japan heissen sie Yamase. All diesen Gegenden ist gemeinsam, dass die Gebirge (die Rocky Mountains, die Anden, die japanischen Inseln) Nord-Süd verlaufen und damit den Winden aus der kalten Polarregion frei Bahn in die Subtropen geben, wo sie auf feuchtwarme Luft treffen. Südeuropa und Indien dagegen sind von den Alpen bzw. vom Himalaya geschützt.
 

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