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09. Juni 2018 23:43
Österreich ist Gewitter-Zentrum Europas
© FF Eisentratten

Rekordgewitter wie nie zuvor

Österreich ist Gewitter-Zentrum Europas

Österreich ist seit Wochen das Gewitterzentrum Europas. Rekordeinsätze für die Helfer.

Besonders betroffen der Süden: In Kärnten, der Steiermark, dem Burgenland und in Teilen Niederösterreichs sind die Aufräumarbeiten noch voll im Gang: „Allein in NÖ gab 1.300 Unwettereinsätze dieses Jahr“, so Feuerwehrsprecher Franz ­Resperger zu ÖSTERREICH.

Die Fakten sind beängstigend: In Spittal an der Drau (K) etwa ist um 110 Prozent mehr Regen gefallen als sonst. Im Raum Graz waren es 100 Prozent mehr.

In Zahlen: Bei jedem Gewitter muss der Boden pro Quadratmeter 30 Liter Wasser aufnehmen. Auf einer Fläche eines Fußballfeldes sind das 300.000 Liter!

„Die Böden können absolut kein Wasser mehr aufnehmen“, sagt Thomas Allmer, Kommandant der FF St. Lorenzen am Wechsel (Stmk.). Seine Region war besonders betroffen: „Niemand hat ahnen können“, schildert er, „was die Unwetter bei uns anrichten.“

Bäche verwandelten sich in reißende Flüsse. Diese zogen alles mit sich: Tonnenweise Schlamm und Geröll richteten gewaltige Zerstörung an. Die 80-jährige Rosa Reiter aus St. Lorenzen hielt gerade ein Mittagsschläfchen, als sie ein Grollen hörte. Plötzlich schoss eine Schlammlawine in die Küche. Sie und ihr Mann steckten knietief im Schlamm. Andreas Hofer von der FF St. Lorenzen kam dem betagten Paar zu Hilfe, holte es raus – im letzten Moment.

Millionen. Die Schäden, die bisher entstanden, lassen sich noch nicht beziffern. Auch die aktuelle Blitzstatistik ist beängstigend. Aldis (Blitzortungssystem) zählte heuer 50.000 Blitze, die in den Boden einschlugen. 300.000 Entladungen gab es über Österreich – mehr gab es noch nie. Entwarnung gibt es noch lange keine: Die Pro­gnose sieht kein Ende der Hitzewelle. Die Gewitter verlieren kaum an Kraft.

Monster-Gewitter: Warum es gerade jetzt so schlimm ist

  • Wetterstau. Der ergibt die hochexplosive Mischung aus extremer Hitze und Feuchtigkeit.

  • Feuchtigkeit. Nässe staut sich seit Jahresanfang in Südösterreich – Schnee & Regen gab es zuhauf.

  • Luftströme. Jetzt kommt noch viel mehr dazu. Luftströme bringen Feuchtigkeit vom Mittelmeer.

  • Hitze. Kommt aus Nordafrika, es ist um 10 Grad zu heiß für die Jahreszeit.

  • Knall. Die warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als sonst. Es brodelt. Nachmittags entlädt sich dann das Gemisch.

Feuerwehr-Helden der Woche

Dauereinsatz. Sie sind die wahren Helden des Landes: Tausende Frauen und Männer der freiwilligen Feuerwehren kämpften diese Woche österreichweit gegen Hochwasser, Muren, verschüttete Straßen. Sie legten Keller frei, halfen, wenn nichts mehr ging. Stellvertretend für viele Helfer stellen wir vier von ihnen vor.

  • Thomas Allmer, 47: St. Lorenzen/Wechsel (Stmk): "Harter Einsatz": St. Lorenzen wurde hart getroffen, so Kommandant Allmer: „Murenabgänge, 7 Häuser abgeschnitten, 20 geflutet. 80 Leute von 7 Wehren im Einsatz, zwei Tage lang. Super-Job der Teams.“

  • Markus Lappas, 47: Bad St. Leonhard (Ktn): "Schenken uns nix": 10 Wehren, 150 Leute, zwei Tage Kampf gegen das Wasser: „Unsere Leute waren bis drei Uhr früh im Einsatz. Um sechs wieder zurück in den Job. Jeder macht mit, da schenken wir uns nix.“

  • Gernot Zauchner, 53: Eisentratten (Ktn): "5 Minuten Sintflut": Am schlimmsten erwischte es den Ortsteil Vorderkrems: „Plötzlich wurde es pechschwarz, dann die Sintflut. Straßen vermurt, Häuser und Keller überflutet. Dauereinsatz für uns.“

  • Patrick Lechner, 33: Edlitz/Neunkirchen (NÖ): "250 Leute vor Ort": Stv. Kdt. Lechner: „Das Gewitter dauerte nur eine halbe Stunde: Hochwasser, Schlamm, Geröll, Häuser geflutet, ein Möbelbetrieb in Gefahr. 
 22 Wehren mit 250 Mann waren vor Ort.“




 

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Talaufwärts gerichtete Luftströmung, die sich bei ungestörtem Strahlungswetter tagsüber im Bergland ausbildet. Der Talwind entsteht als Ausgleichsströmung zu dem durch kräftige Einstrahlung verursachten, aufwärtsgerichteten Konvektionsstrom über den Bergen. Siehe Bergwind.
 
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