17. September 2015 23:00
Warten auf den neuen Ansturm
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Flüchtlingskrise

Warten auf den neuen Ansturm

200 bis 250 Flüchtlinge kamen aus Kroatien mit Zug nach Slowenien.

Die erste Gruppe von Flüchtlingen aus Kroatien hat am Donnerstagabend die Grenze zu Slowenien erreicht. Zwischen 200 und 250 Personen kamen gegen 19.00 Uhr mit dem Zug Belgrad-Ljubljana am Grenzübergang Dobova an und wurden dort von der Polizei aufgehalten, berichtete das slowenische Fernsehen TV Slovenija. Vorerst war unklar, ob Slowenien sie im Land bleiben lässt.

Gestern noch Panzer, Tränengas, wilde Schlachten mit Flüchtlingen am serbisch-ungarischen Grenzübergang bei Horgos/Röszke. Am Tag danach hat sich die hochexplosive Lage zwar wieder beruhigt. Aber: „Viele sind weitergezogen“, schildert BILD-Reporterin Alexandra Würzbach: „Hier blieben jene, die kein Geld mehr haben, alt sind, krank, und vor allem viele Familien mit Kindern.“

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Wiederholen

Neues Chaos. 7.300 Flüchtlinge haben deshalb aufgegeben und ihre Fluchtroute geändert: Sie fuhren am Donnerstag mit mehreren Zügen von Serbien in die kroatische Grenzstadt Tovarnik: „20 Euro pro Person kostet ein Ticket von Serbien an die kroatische Grenze“, sagt Würzbach.

Kroatien schlägt Alarm: "Lage ist grauenvoll"

Schon am zweiten Tag war das Aufnahmezen­trum in Tovarnik brechend voll: „Die Lage ist grauenvoll“, klagt Gemeindevorsteherin Ruza Sijakovic. Es seien viermal mehr Flüchtlinge in der kleinen Gemeinde als Einwohner: „Eine echte humanitäre Katastrophe.“ Die Menschen laufen quer durch die Maisfelder über die grüne Grenze. Mütter mit Kindern und Invalide. Andere wollen zu Fuß nach Zagreb.

Überrannt. Als die Polizei die Massen stoppen wollte, wurde sie einfach von den Flüchtlingen überrannt. Man ist völlig machtlos: „Ein paar Tausend Menschen kann man Asyl in Kroatien anbieten, auf Zehntausende ist das Land aber nicht vorbereitet“, klagte Kroatiens Premier Zoran Milanovic am Donnerstag Bundeskanzler Werner Faymann. Doch schon am zweiten Tag war Kroatien überfordert: „Wir fordern kein Asyl in Kroatien. Lasst uns einfach weiterreisen“, fordern die Flüchtlinge.

Kopie von Flüchtlinge zu Fuß

Ziel der Massen: Spielfeld in der Südsteiermark

Für Österreich bedeutet das: Die Menschen werden jetzt von Kroatien auf schnellstem Weg via Slowenien in Richtung Österreich weiterziehen. Ihre Ziele: Die Grenzübergänge in Spielfeld und Mureck.

Das Bundesheer verlegte bereits eine Kompanie an die slowenisch-steirische Grenze. Auch die Polizei ist gerüstet. Man rechnet mit bis zu 10.000 Flüchtlingen, die täglich Spielfeld erreichen werden.

Karl Wendl

"Alle müssen sich an Gesetze halten"

Faymann konferierte mit dem kroatischen Ministerpräsident Zoran Milanovic in Zagreb und dann mit Sloweniens Premier Miro Cerar in Ljubljana. Ziel der Blitzmission: gemeinsame Absprachen darüber, wie der neue Flüchtlingsstrom via Kroatien und Slowenien Richtung Österreich gesteuert werden könnte.

Faymann forderte: „Es gilt Gesetze und Regeln einzuhalten.“ Beide Länder versicherten eine „enge Zusammenarbeit“ mit Wien. Und Kroatien und Slowenien werden sich an geltende EU-Regeln halten – Sichern der Grenze, Registrieren der Flüchtlinge.

Ein weiterer Erfolg des Kanzler-Trips: Slowenien und Kroatien wollen in Zukunft bei der EU-Quotenregelung kooperativ sein.

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50.000 Kinder auf der Flucht

Kinder. Herzzerreißende Bilder kamen in den vergangenen Tagen über die Agenturen: Kinder mit schmerzverzerrten Gesichtern, die gerade von der ungarischen Polizei mit Tränengas beschossen worden sind; schreiende Babys, die über Grenzzäune gehoben werden; Teenies, die ihre Familien verloren haben.

Odyssee. Rund 200.000 Menschen sind heuer noch auf der Flucht in Richtung Europa. Etwa die Hälfte davon sind Männer, ein Viertel Frauen, ein Viertel Kinder – sie sind die Hauptleidtragenden der aufreibenden Völkerwanderung.

Kinder mussten ins Spital eingeliefert werden

Spital. Die erschreckendsten Fotos stammen von der ungarisch-serbischen Grenze: Dort wurden beim Einsatz von Tränengas durch die ungarische Polizei mindestens zwei Flüchtlings-Kinder so schwer verletzt, dass sie sogar ins Krankenhaus mussten.





 

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